Glossar
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Amazon DSP – Demand-Side Platform

Amazon DSP ist Amazons programmatische Werbeplattform für Display-, Video- und Audio-Anzeigen auf Amazon-eigenen Umgebungen und dem offenen Web – ausgesteuert auf Basis von Amazons First-Party-Käuferdaten.

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Amazon DSP (Demand-Side Platform) ist das programmatische Werbeeinkaufssystem von Amazon. Es ermöglicht Werbetreibenden, Display-, Video- und Audio-Creatives auf Amazon-eigenen Inventaren (amazon.de, IMDb, Twitch, Fire TV, Kindle) sowie einem breiten Netzwerk externer Publisher zu platzieren – und das alles auf Basis von Amazons First-Party-Käufer- und Kaufhistoriendaten, die außerhalb der Amazon-Welt schlicht nicht existieren.

Während Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display über den Ads-Konsolen-Marktplatz laufen und in Amazons Such- und Detailseitenauktionen bieten, ist DSP eine eigenständige Plattform mit eigenem Targeting-Modell, eigenen Creative-Formaten und separatem Reporting. Es ist die Upper-Funnel-Ergänzung zum keyword-getriebenen Sponsored-Ads-Portfolio.

DSP vs. Sponsored Display: der entscheidende Unterschied

Beide Formate liefern Display-Werbemittel aus – aber ihre Mechanik unterscheidet sich erheblich:

Sponsored DisplayAmazon DSP
ZugangSelf-Service im Ads-KonsolSelf-Service-Konsol + Managed Service (häufig via Agentur)
MindestbudgetKeinesSelf-Serve: kein hartes Minimum, praktisch ab ca. 5.000 €/Monat sinnvoll
PreismodellCPCvCPM (viewable Cost per Mille)
TargetingProdukte, Audiences, kontextuellVollständige Audience-Bibliothek, Lookalikes, Drittanbieter-Daten, Retargeting, Custom Segments
InventarAmazon-Detailseiten, Off-Amazon-DisplayAmazon, Twitch, Fire TV, IMDb, OTT, offenes Web
CreativeAutomatisch aus ASIN generiertCustom Display, Video (OLV, OTT), Audio
PrimärzielDirect ResponseAwareness, Consideration, Retargeting, Video

Die einfachste Formel: Sponsored Display ist der conversion-orientierte Ausschnitt aus dem DSP-Angebot, für Seller verpackt, die kein Media-Buying-Team haben. DSP ist der vollständige programmatische Stack.

Die wichtigsten Audience-Kategorien

Die Targeting-Stärke des DSP kommt aus Amazons Käuferdaten:

  • In-MarketKunden, die aktuell eine Kategorie aktiv durchsuchen (z. B. „sucht nach Laufschuhen").
  • Lifestyle – langfristige Verhaltenssegmente („Fitnessbegeisterte", „junge Eltern").
  • Remarketing – Personen, die eigene oder Wettbewerber-ASINs angesehen oder gekauft haben.
  • Lookalikes – auf Basis bestehender Käufer modellierte Zwillingszielgruppen.
  • Advertiser Audiences – eigene CRM-Daten, hochgeladen über die Amazon Marketing Cloud.
  • Kontextuell – Targeting auf Basis von Seitenkategorien.

Wann DSP das richtige Werkzeug ist

  • Retargeting im großen Maßstab. Sponsored Display Retargeting ist auf Amazon-Domänen beschränkt; DSP retargetet quer durch das offene Web.
  • Video und OTT. Streaming-Anzeigen auf Fire TV, Twitch und Prime Video sind ausschließlich über DSP buchbar.
  • Reichweite vor dem Launch. Consideration für eine neue ASIN aufbauen, bevor genügend Sales-Velocity für Sponsored Ads vorhanden ist.
  • Markenschutz gegen Competitor-Conquesting. Mehrschichtiges DSP-Retargeting auf Konkurrenz-Detailseiten.
  • AMC-gesteuerte Custom Audiences. Segmente in der Amazon Marketing Cloud bauen, über DSP aktivieren.

Wann DSP das falsche Werkzeug ist

  • Kleine Accounts (unter 50.000 € Gesamtwerbeausgaben pro Monat). Der Mindesteffektivspend und der operative Aufwand rechnen sich nicht.
  • Reine Conversion-Ziele auf einer einzelnen ASIN. Sponsored Products und Sponsored Display arbeiten hier effizienter.
  • Kein Upper-Funnel-Narrative. DSP ohne eine durchdachte Audience-Strategie und passendes Creative verbrennt Budget und liefert vage „Brand Awareness"-Berichte ohne messbare Wirkung.

Messung und Attributionsvorbehalt

DSP berichtet Klicks, Impressionen sowie View-Through- und Click-Through-Conversions über das gesamte Attributionsfenster – typischerweise 14 Tage Klick plus 14 Tage View-Through. View-Through-Conversions sind real, aber leicht überzuschreiben; sie sollten immer getrennt vom Click-Through-ROAS bewertet und nie einfach addiert werden.

Häufige DSP-Fehler

  • DSP kaufen, weil die Agentur es empfohlen hat. Ohne Audience-Strategie endet der Spend als „Brand Awareness" ohne messbaren Lift.
  • DSP-ROAS mit Sponsored-Products-ROAS vergleichen. Unterschiedliche Funnel-Positionen, unterschiedliche Attributionsfenster – der Vergleich ist ohne AMC-Inkrementalitätsanalyse wertlos.
  • View-Through-Conversions die Headline-Zahl aufblähen lassen. Click-Through- und View-Through-ROAS stets getrennt ausweisen.
  • DSP ohne Retargeting-Ausschlüsse betreiben. Ohne Suppression-Segmente werden aktuelle Käufer erneut ausgesteuert – verschwendetes Budget und eine schlechte Nutzererfahrung.

Verwandte Begriffe

Amazon Advertising
Amazon Advertising ist Amazons vollständige Werbeplattform — bestehend aus den selbstverwalteten Sponsored-Formaten, dem programmatischen Amazon DSP, der Ads API, der Amazon Marketing Cloud und zugehörigen Mess- und Attributionstools. Amazon PPC ist die selbstverwaltete Teilmenge davon.
Sponsored Display
Sponsored Display ist Amazons Self-Service-Display-Format, das Käufer sowohl auf als auch außerhalb von Amazon anspricht — auf Basis von Produkt-, Zielgruppen- und Remarketing-Signalen. Es ist das einzige Amazon-Ads-Format, das Käufer über die Plattformgrenze hinweg verfolgt.
Amazon Marketing Cloud (AMC)
Amazon Marketing Cloud (AMC) ist Amazons datenschutzkonforme Clean-Room-Umgebung, in der Werbetreibende ereignisbasierte Daten aus Sponsored Ads, DSP und Amazon-Retail per SQL abfragen, um Cross-Format-Attribution, Audience-Überschneidungen und Inkrementalitätsstudien durchzuführen.
Sponsored Products
Sponsored Products ist Amazons meistgenutztes PPC-Anzeigenformat — keyword- und produktzielgerichtete Anzeigen, die sich optisch nahtlos in die organischen Suchergebnisse und Produktdetailseiten einfügen und das Herzstück jedes Amazon-Werbeaccounts bilden.
Sponsored Brands
Sponsored Brands sind keywordbasierte Banneranzeigen auf Amazon, die oberhalb der Suchergebnisse erscheinen und ein eigenes Markenlogo, eine individuelle Headline sowie eine Produktauswahl oder einen Brand Store als Landingpage kombinieren. Nur für Markeninhaber mit Brand Registry verfügbar.