Glossar
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SKU (Stock Keeping Unit)

Die SKU ist die vom Verkäufer selbst vergebene Artikelnummer in seinem Lagerbestand. Auf Amazon können mehrere SKUs eines Verkäufers auf dieselbe ASIN zeigen — meist zur Trennung nach Lager, Charge oder Preisstufe.

SKUStock Keeping UnitSeller-SKUHändler-SKUArtikelnummer

Die SKU (Stock Keeping Unit) ist die Artikelnummer, die der Verkäufer in seinen eigenen Systemen und in Seller Central kontrolliert. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von der ASIN, die Amazon vergibt: ASINs sind der Katalog, SKUs sind das Lagerbuch des Verkäufers.

Wo die ASIN öffentlich sichtbar (Teil der URL) und über Verkäufer hinweg geteilt ist, gehört die SKU exklusiv dem jeweiligen Verkäuferkonto. Käufer sehen sie nie; Reports, Reorder-Trigger und Buchhaltung hängen aber genau an ihr.

SKU-Konventionen

Ein tragfähiges SKU-Schema kodiert betriebswirtschaftliche Information in einer kompakten Zeichenkette:

[MARKE]-[KATEGORIE]-[GRÖSSE]-[VARIANTE]-[KANAL]
ACME-BECHER-350ML-BLU-FBA

Vermieden werden sollten SKUs, die ohne Datenbank nicht lesbar sind (PROD-00482-7). Der ganze Sinn einer SKU besteht darin, dass ein Mensch sie auf einer Packliste oder in einer Inventur sofort erkennt.

Warum mehrere SKUs auf eine ASIN

Übliche Gründe, eine ASIN mit zwei oder mehr SKUs zu hinterlegen:

  • FBA-/FBM-Split: eine SKU wird durch Amazon FBA versandt, eine zweite über das eigene Lager als Backup.
  • Mehr-Lager-Setup: dieselbe ASIN, getrennt nach Lagerstandort (DE, UK, US).
  • Chargen-Tracking: getrennte Produktionschargen bei haltbarkeitsempfindlichen Waren.
  • Preistests auf FBM: unterschiedliche SKUs zu verschiedenen Preispunkten — bei FBA technisch nicht möglich.
  • Bundle-Varianten: ein Einzelprodukt und ein virtuelles Bundle desselben Produkts laufen unter eigenen SKUs.

SKU vs. FNSKU

Wird eine SKU an Amazon FBA übergeben, vergibt Amazon zusätzlich eine FNSKU — den Barcode, mit dem das Fulfillment-Center die richtige Einheit zur richtigen Bestellung greift. Die SKU bleibt im Hoheitsbereich des Verkäufers, die FNSKU steuert Amazons Pickprozess. Beide existieren parallel; sie miteinander zu verwechseln führt zu chronischen Inventur-Differenzen.

Buchhalterische Bedeutung der SKU

Die SKU ist die kleinste Einheit, an der eine saubere Deckungsbeitragsrechnung möglich ist. An ihr hängen:

  • Wareneinsatz (COGS) je Stück
  • FBA-Gebühren und Lagergebühren je Stück
  • Rückläuferquote und Refund-Volumen
  • Werbeausgaben, sofern Kampagnen sauber auf SKU-Ebene strukturiert sind (siehe Kampagnenstruktur)

Wer auf ASIN- statt SKU-Ebene rechnet, verliert die Trennung zwischen FBA- und FBM-Margen — und damit die Fähigkeit, Fulfillment-Entscheidungen datenbasiert zu treffen.

Häufige Fehler

  • Eine gelöschte SKU wiederverwenden. Alte Bewertungen, Retouren und Refunds können weiterhin anhängen; das Reporting wird unklar.
  • Aktive SKUs umbenennen. Bricht jeden Report, jedes Dashboard und jede Gebotsregel, die auf den alten Namen verweist. Stattdessen: neue SKU anlegen, alte SKU auslaufen lassen, anschließend stilllegen.
  • FBA- und FBM-SKUs nicht trennen. Wer beide Fulfillment-Wege unter einer SKU mischt, kann die Margen nicht mehr sauber rechnen — FBA-Gebühren und FBM-Versandkosten haben völlig unterschiedliche Strukturen.
  • SKUs mit ASINs gleichsetzen. Bei Multi-Seller-Listings führt das zu falschen Wettbewerbs- und Buy-Box-Analysen.

Verwandte Begriffe

ASIN (Amazon Standard Identification Number)
Die ASIN ist die zehnstellige alphanumerische Produkt-ID, die Amazon jedem Artikel im Katalog zuweist. Jede Produktdetailseite, jedes Werbeziel und jede Reportzeile ist über die ASIN verknüpft.
FNSKU
FNSKU steht für „Fulfillment Network Stock Keeping Unit" — der Amazon-eigene Barcode, mit dem jede Einheit eines FBA-Produkts im Amazon-Lager eindeutig einer Seller-SKU zugeordnet wird. Ohne FNSKU-Etikett auf der Verpackung kann Amazon eine Einheit nicht versandfertig einlagern.
Amazon FBA (Fulfillment by Amazon)
Fulfillment by Amazon (FBA) ist Amazons ausgelagerter Lager-, Pack-, Versand- und Kundenservice für Drittanbieter — die operative Grundlage, die Prime-Fähigkeit überhaupt erst möglich macht.
Cost of Goods Sold (COGS) – Wareneinsatz
COGS bezeichnet die vollständigen Einstandskosten je Einheit – von der Produktion über Verpackung und Fracht bis hin zu Zöllen und Amazon-Prep. Er ist die Grundlage jeder Margen- und Gebotsberechnung; ein Fehler hier setzt sich in jede andere Kennzahl fort.
Lagergebühr
Die Lagergebühr ist das zeitbasierte Entgelt, das Amazon für die Einlagerung von FBA-Ware in seinen Logistikzentren berechnet. Sie wird monatlich nach Kubikmetern abgerechnet, steigt im vierten Quartal stark an und wird durch zusätzliche Langzeit-Aufschläge für Lagerbestand ab 181 Tagen verschärft.
Virtuelles Bundle
Ein virtuelles Bundle ist ein Amazon-Listing, das zwei bis fünf bestehende ASINs derselben Marke zu einem gemeinsamen Angebot zusammenfasst — ohne dass die Produkte physisch zusammengelegt oder neu verpackt werden müssen. Es ist eine der unterschätztesten Conversion- und AOV-Hebel der Plattform.

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