Glossar
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Brand Store (Amazon Markenshop)

Der Brand Store ist eine kostenlose, mehrseitige Marken-Microsite innerhalb von Amazon, die für alle Markeninhaber mit Brand Registry verfügbar ist. Er ist die Landingpage mit dem höchsten durchschnittlichen Bestellwert für Upper-Funnel-Werbetraffic — und gleichzeitig einer der meistunterschätzten Assets im Amazon-Account.

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Der Brand Store — auf amazon.de erreichbar unter einer URL nach dem Muster amazon.de/{Markenname} — ist eine mehrseitige Marken-Microsite, die Amazon Markeninhabern kostenfrei zur Verfügung stellt. Voraussetzung ist die Registrierung bei Brand Registry. Funktional ist der Brand Store das markeneigene, kuratierte Schaufenster innerhalb des Amazon-Ökosystems: mit Amazons Checkout, Prime-Lieferversprechen und dem Vertrauen, das Käufer Amazon als Plattform entgegenbringen — kombiniert mit der freien Gestaltung eines eigenen Online-Shops.

In der Praxis ist der Brand Store der am meisten unterschätzte Hebel im gesamten Amazon-Portfolio. Marken investieren erhebliche Budgets in Sponsored Brands-Traffic und Listing-Optimierung, zeigen diesem Traffic dann aber eine einseitige Splash-Page, die mit halb so hoher Rate konvertiert wie ein sauber aufgebauter, mehrseitiger Store.

Was ein Brand Store leistet

Drei konkrete Funktionen:

  1. Höherer durchschnittlicher Bestellwert. Shopper, die über einen Sponsored-Brands-Klick auf den Brand Store gelangen, konvertieren zu zwei- bis dreimal so hohen Warenkorbwerten wie kalte Produktdetailseitenbesucher — sie entdecken in einer Session mehrere Artikel und fügen sie dem Warenkorb hinzu.
  2. Kategorie-Navigation. Ein mehrseitiger Store ermöglicht das Stöbern im Sortiment nach Produktfamilie, Anwendungsfall oder Anlass — so wie es auf einer eigenen Website möglich wäre, aber mit dem Amazon-Kauffluss.
  3. Markeninszenierung über die Produktebene hinaus. Markengeschichte, Produktvergleichstabellen, Video und Lifestyle-Inhalte lassen sich im Brand Store unterbringen — Inhalte, die auf einer einzelnen Produktdetailseite keinen Platz finden.

Mehrseitige Struktur: das Standardmuster

Für Marken mit mehr als fünf aktiven ASINs hat sich folgende Seitenarchitektur bewährt:

  • Startseite — Marken-Hero, Bestseller, aktuelle Neuheiten.
  • Kategorieseiten — eine Seite pro Produktfamilie (z. B. „Trinkflaschen", „Brotdosen", „Zubehör").
  • Bestseller-Seite — die zehn meistgekauften Artikel.
  • Neuheiten — quartalsweise aktualisiert.
  • Über die Marke — Geschichte, Nachhaltigkeit, Herkunft.
  • Bundles — vorgefertigte Mehrfachpakete.

Jede Unterseite kann als individuelles Landingpage-Ziel für eine Sponsored Brands-Store-Spotlight-Anzeige konfiguriert werden. Damit wird Keyword-Traffic direkt auf die thematisch passende Unterseite gelenkt — wer nach Edelstahl-Trinkflasche sucht, landet auf der Trinkflaschen-Seite, nicht auf der Store-Startseite.

Module im Store-Editor

Der Brand-Store-Editor ist ein Drag-and-Drop-Builder mit rund 15 Modultypen. Die wichtigsten:

  • Bild mit Text — Hero-Bild mit Überschrift.
  • Bildraster — 2×2 oder 3×3 für Produkt- oder Lifestyle-Fotos.
  • Ausgewähltes Angebot — zieht automatisch aktive Aktionen.
  • Bestseller — zieht automatisch die meistgekauften ASINs.
  • Produktkollektion — manuell zusammengestelltes Sortiment.
  • Video — autoplay Video-Modul.
  • Einkaufbares Bild (Shoppable Image)Lifestyle-Bild mit anklickbaren Hotspots über jedem Produkt.

Das Shoppable-Image-Modul wird am seltensten eingesetzt und konvertiert gleichzeitig am stärksten — weil Käufer auf Produktinformationen im Kontext klicken, statt in einer abstrakten Produktrasteransicht zu wählen.

Store Insights: die Kennzahlen

Traffic und Konversion des Brand Stores werden separat von der Ads-Konsole in den Store Insights ausgewiesen:

  • Besucher (eindeutige Sitzungen im Store)
  • Seitenaufrufe (gesamt)
  • Durchschnittliche Verweildauer (Engagement-Signal)
  • Dem Store zugeordnete Verkäufe (Umsatz aus Store-Sessions innerhalb des Attributionsfensters)

Die Quellenaufschlüsselung zeigt den Anteil der Store-Besucher, der über Sponsored Brands, organische Markensuche, den Markenlink auf Produktdetailseiten („Zum Brand Store") und externen Traffic (außerhalb von Amazon) kommt.

Traffic in den Brand Store lenken

Fünf Quellen in typischer Reihenfolge nach Volumen:

  1. Sponsored Brands (Produktkollektion oder Store-Spotlight-Format mit Store-Landingpage).
  2. Organische Markensuche (Shopper tippt den Markennamen, Amazon zeigt den Store-Link prominent).
  3. PDP-Markenlink — der „Zum Brand Store von {Marke}"-Link unterhalb des Produkttitels auf jeder Produktdetailseite.
  4. Externer Traffic (eigene Website, Social Media, E-Mail — direkt auf die Store-URL verlinken).
  5. Sponsored Display mit Store-Landingpage (neuere Option, noch begrenzt verfügbar).

Für den DACH-Markt gilt außerdem: Wer externen Traffic auf den Brand Store leitet statt auf eine Produktdetailseite, qualifiziert sich für den Amazon-Markenempfehlungsbonus — ein Rückerstattungsmodell auf die Empfehlungsgebühr für extern attributierten Umsatz.

Häufige Brand-Store-Fehler

  • Einseitiger Store. Eine reine Splash-Page verschenkt 80 % des Formatpotenzials. Mehrseitig ist der Mindeststandard, nicht die Kür.
  • Unveränderter Store über zwölf Monate. Brand Stores brauchen eine quartalsweise Aktualisierung — neues Produktmodul, saisonaler Hero, aktualisierte Bestsellerliste. Veraltete Stores verlieren messbar an Konversionsrate.
  • Alle Sponsored-Brands-Anzeigen auf die Store-Startseite lenken. Store Spotlight ermöglicht keyword-basiertes Routing auf spezifische Unterseiten — das sollte konsequent genutzt werden.
  • Store Insights ignorieren. Die Konversionsdaten liegen vom ersten Tag an vor; die meisten Marken öffnen den Report selten oder nie.
  • Externen Traffic-Bonus nicht nutzen. Wer ohnehin externen Traffic auf Amazon schickt, sollte ihn auf den Brand Store lenken und nicht auf einzelne Produktdetailseiten, um die Erstattung der Empfehlungsgebühr mitzunehmen.

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