Vermittlungsgebühr
Die Vermittlungsgebühr (Referral Fee) ist die prozentuale Provision, die Amazon auf jeden Verkauf erhebt — unabhängig davon, ob über FBA oder FBM versendet wird. Sie liegt je nach Kategorie zwischen 7 % und 17 % des Bruttoverkaufspreises und ist der wirtschaftlich wichtigste Kostenblock auf der Plattform.
Die Vermittlungsgebühr, im Englischen Referral Fee, manchmal auch als „Amazon-Provision" bezeichnet, ist die zentrale Plattformgebühr von Amazon. Sie wird auf jeden Verkauf erhoben — egal, ob das Produkt über FBA oder FBM versendet wird, egal, ob Seller oder Vendor. Sie ist die Miete, die Amazon für den Marktplatzzugang verlangt.
Wie sich die Gebühr berechnet
Die Vermittlungsgebühr ist ein Prozentsatz auf den Bruttoverkaufspreis inklusive Versand, abzüglich einer geringen Mindestgebühr von 0,30 € pro Verkauf. Der Prozentsatz hängt von der Produktkategorie ab:
| Kategorie | Vermittlungsgebühr |
|---|---|
| Bücher, DVDs, Musik | 15 % |
| Elektronik | 7–8 % |
| Bekleidung & Accessoires | 7–15 % gestaffelt nach Preis |
| Schmuck | 17 % (bis 250 €) |
| Drogerie & Beauty | 8–15 % |
| Lebensmittel | 8–15 % |
| Heim & Küche | 15 % |
| Spielzeug | 15 % |
Maßgeblich ist die von Amazon zugewiesene Hauptkategorie. Fehlerhafte Einstufung kann zu höheren Gebühren führen — ein Reklamationsgrund über den Verkäuferservice.
Beispiel-Rechnung
Produkt: Küchenhelfer für 24,99 € brutto, Kategorie Heim & Küche.
Bruttoverkaufspreis 24,99 €
./. Vermittlungsgebühr 15 % -3,75 €
./. USt 19 % auf netto -3,99 €
= Auszahlung (vor FBA-Geb.) 17,25 €
Bei Produkten unter 2 € wirkt die Mindestgebühr von 0,30 € überproportional und kann die effektive Quote auf >20 % treiben — günstige Produkte werden auf Amazon strukturell unwirtschaftlich.
Vermittlungsgebühr versus FBA-Gebühr
Beide werden oft verwechselt. Der Unterschied:
- Vermittlungsgebühr: prozentual, auf den Preis, immer fällig
- FBA-Gebühr: pauschal, pro Einheit, nur bei FBA-Versand
Ein FBM-Seller zahlt Vermittlungsgebühr, aber keine FBA-Gebühr — dafür trägt er Versand und Retoure selbst. Die Frage „FBA oder FBM" ist also nie nur logistisch, sondern immer eine Stückrechnung.
Hebel zur Reduktion
Die Vermittlungsgebühr lässt sich kaum verhandeln, aber an einigen Stellen optimieren:
- Kategorie-Einstufung prüfen. Falsche Hauptkategorie = falsche Quote.
- Preisstaffel nutzen. In Bekleidung sinkt die Quote bei Preisen unter 15 € auf 7 % statt 15 % — Bündelpreise oberhalb der Schwelle prüfen.
- Premium-Beauty/Luxury-Programme. In einigen Kategorien gelten reduzierte Sätze für Markenpartner.
Häufige Fehler
- Brutto- statt Nettokalkulation. Wer den Bruttopreis als Erlös ansetzt, ignoriert USt und Vermittlungsgebühr und überschätzt seine Marge um 25–35 %.
- Versandkosten als Gewinnhebel. Amazon zieht die 15 % auch von den ausgewiesenen Versandkosten ab — „kostenpflichtiger Versand" als Margenrettung funktioniert nicht.
- Preisanpassung ohne Gebührenrechnung. Eine Preissenkung von 24,99 € auf 19,99 € bedeutet nicht nur 5 € weniger Erlös, sondern auch eine Gebührenersparnis von 0,75 € — und einen FBA-Gebührensprung in eine andere Klasse, wenn man unachtsam ist.