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Portfolio

Ein Portfolio ist ein organisatorisches Werkzeug in der Amazon Advertising Konsole, mit dem sich mehrere Kampagnen gruppieren lassen, um gemeinsame Budgets zu verwalten und die Berichterstattung zu vereinfachen.

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Ein Portfolio fungiert in der Amazon Advertising Konsole als übergeordnete Klammer für eine Gruppe von Kampagnen. Während die Kampagne selbst die unterste Ebene der Budgetkontrolle darstellt, bieten Portfolios eine strategische Steuerungsebene darüber. Sie wurden eingeführt, um Werbetreibenden — insbesondere Agenturen und Marken mit großen Sortimenten — die Verwaltung komplexer Konten zu erleichtern.

Die Kernfunktionen von Portfolios

Portfolios erfüllen zwei Hauptaufgaben: Organisation und Budgetkontrolle.

1. Organisation und Struktur

Ohne Portfolios ist die Kampagnenliste in der Werbekonsole oft nur eine lange, unübersichtliche Tabelle. Durch Portfolios können Kampagnen logisch gruppiert werden, beispielsweise nach:

  • Marken: Wenn ein Account mehrere Marken verwaltet.
  • Produktkategorien: (z. B. "Sommermode" vs. "Winterbekleidung").
  • Strategischen Zielen: (z. B. "Launches", "Abverkauf", "Markenschutz").
  • Saisonalität: (z. B. "Prime Day 2023", "Weihnachtsgeschäft").

Dies ermöglicht es, die Performance dieser Gruppen mit einem Klick zu analysieren, anstatt mühsam einzelne Kampagnen-Daten zusammenzurechnen.

2. Budgetdeckelung (Portfolio-Caps)

Dies ist das mächtigste Feature der Portfolios. Man kann für ein Portfolio ein Gesamtbudget festlegen, das für alle darin enthaltenen Kampagnen gilt. Es gibt zwei Arten von Limits:

  • Datumsbereich-Budget: Ein fixer Betrag für einen bestimmten Zeitraum (z. B. 5.000 € für eine zweiwöchige Aktion).
  • Wiederkehrendes monatliches Budget: Das Portfolio setzt sich am ersten Tag jedes Monats automatisch zurück.

Sobald das Portfolio-Limit erreicht ist, werden alle Kampagnen innerhalb dieses Portfolios pausiert, selbst wenn diese auf Kampagnenebene noch über ausreichend Tagesbudget verfügen würden.

Strategische Vorteile in der Praxis

Schutz vor Budget-Überschreitung

In größeren Organisationen gibt es oft strikte monatliche Marketing-Budgets. Portfolios verhindern zuverlässig, dass einzelne Kampagnen durch unerwartet hohe Suchvolumina mehr ausgeben, als freigegeben wurde. Dies ist besonders wichtig, wenn man mit automatischen Gebotsstrategien arbeitet, die in Spitzenzeiten aggressiv bieten können.

Vereinfachtes Client-Reporting

Für Agenturen bieten Portfolios eine saubere Trennung für verschiedene Kunden oder Marken innerhalb eines Accounts. Die Performance-Daten (Impressions, Klicks, Werbeausgaben, ACOS) werden auf Portfolio-Ebene aggregiert angezeigt.

Steuerung von Launch-Phasen

Bei der Einführung eines neuen Produkts möchte man oft ein festes Budget investieren, um Daten zu sammeln. Durch ein Portfolio mit einem Datumsbereich-Budget lässt sich sicherstellen, dass das Experiment nach Erreichen der Budgetgrenze automatisch endet, ohne dass man manuell eingreifen muss.

Portfolios vs. Kampagnen-Budgets

Es ist wichtig zu verstehen, dass Portfolio-Budgets die Kampagnen-Budgets nicht ersetzen, sondern ergänzen.

  • Das Kampagnen-Tagesbudget steuert die Ausspielung über den Tag verteilt.
  • Das Portfolio-Budget steuert die Gesamtausgaben über einen längeren Zeitraum.

Wenn ein Portfolio ein monatliches Limit von 1.000 € hat, aber die Summe der Tagesbudgets der enthaltenen Kampagnen 100 € beträgt, wird das Portfolio-Budget bereits nach ca. 10 Tagen erschöpft sein. Die Kampagnen schalten dann für den Rest des Monats ab.

Häufige Fehler bei der Nutzung von Portfolios

  • Vergessen des Reset-Datums: Bei Budgets mit Datumsbereich laufen Kampagnen oft unerwartet aus, weil das Enddatum des Portfolios erreicht wurde, obwohl das Kampagnen-Budget noch vorhanden wäre.
  • Zu starre Deckelung: Ein zu niedrig angesetztes Portfolio-Budget kann erfolgreiche Kampagnen mitten in einer Hochphase (z. B. am Nachmittag eines verkaufsstarken Sonntags) stoppen.
  • Fehlende Zuordnung: Kampagnen, die keinem Portfolio zugeordnet sind, werden oft im Reporting übersehen oder "fressen" Budget, das eigentlich für andere Bereiche geplant war.
  • Konflikt zwischen Portfolio- und Kampagnenlimit: Wenn die Summe der Tagesbudgets deutlich unter dem Portfolio-Limit liegt, wird das Portfolio-Ziel nie erreicht — das Limit ist dann wirkungslos. Umgekehrt führen zu hohe Tagesbudgets zu einem verfrühten Stopp des gesamten Portfolios.
  • Nutzung für Gebotssteuerung: Portfolios sind reine Budget- und Organisationswerkzeuge. Sie beeinflussen weder die Gebotshöhe noch die Relevanz der Anzeigen. Wer versucht, über Portfolios die CPC-Preise zu drücken, nutzt das falsche Werkzeug.

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