Top of Search
Top of Search (TOS) bezeichnet die ersten Werbeplätze über den organischen Suchergebnissen — meist Position 1–4 auf Desktop und Position 1–3 auf Mobile. Diese Platzierung hat die höchste Sichtbarkeit und CTR der Plattform und wird über Placement-Bid-Modifier oder Top-of-Search-Gebote angesteuert.
Top of Search (TOS), deutsch oberste Suchergebnisse, ist die Bezeichnung für die ersten Werbeplätze einer Amazon-Suchergebnisseite (SERP) — diejenigen, die über den organischen Ergebnissen erscheinen.
Position und Sichtbarkeit
Die genaue Anzahl Slots variiert nach Gerät und Kategorie:
| Gerät | Typische TOS-Slots |
|---|---|
| Desktop | Position 1–4, ggf. mit Sponsored Brand Banner oberhalb |
| Tablet | Position 1–3 |
| Mobile | Position 1–2, manchmal nur 1 |
TOS ist der Slot mit der mit Abstand höchsten Click-Through-Rate der Plattform. Mobile sehen viele Nutzer nur den Top-of-Search-Bereich, bevor sie scrollen oder filtern — was den Wert dieser Position überproportional erhöht.
TOS als Bid-Modifier
Über den Platzierungs-Gebotsmodifikator kann der Werbetreibende sein Standardgebot speziell für TOS-Slots erhöhen — bis zu +900 %. Beispiel:
Standardgebot: 0,50 €
TOS-Modifier: +200 %
Effektives TOS-Gebot: 1,50 €
Das ermöglicht aggressive TOS-Strategien, ohne das Standardgebot generell zu erhöhen — kritisch wichtig, weil TOS-Klicks oft 1,5–2× teurer sind als Rest-of-Search-Klicks, aber 2–3× besser konvertieren.
TOS in der Search Query Performance
In den Brand-Analytics-Reports zeigt eine Top-of-Search-Impression-Share den Anteil der TOS-Impressionen, die die eigene ASIN gewinnt. Ein hoher Wert (>30 %) für ein wichtiges Keyword ist ein starkes Wettbewerbssignal — niedrige Werte deuten auf Wettbewerbsdruck oder unzureichende Gebote hin.
Wann TOS-Strategien sinnvoll sind
- Launch-Phase mit High-Intent-Hauptkeywords (TOS-Modifier +100–300 %)
- Defensive auf Brand-Keywords (Konkurrenten verhindern, oben zu erscheinen)
- Saison-Aktionen (Velocity-Push während Prime Day / BFCM)
- Ranking-Aufbau für Keywords, in denen organisch noch nicht Top 5 erreicht ist
Nicht sinnvoll für:
- Long-Tail-Keywords mit niedriger Suchfrequenz — Rest of Search ist meist effizienter
- Bereits Top-3-organisch-Keywords — TOS-Werbung kannibalisiert eigene organische Klicks
- Markenfremde Discovery-Keywords mit niedriger eigener Conversion-Erwartung
TOS und organische Kannibalisierung
Wer bereits auf Position 1–3 organisch rankt und gleichzeitig TOS bewirbt, zahlt für Klicks, die sonst organisch (kostenlos) zustande gekommen wären. Brand Analytics und Search Query Performance helfen, diesen Effekt zu quantifizieren — typisch 30–50 % der TOS-Klicks bei dominantem organischem Ranking sind Kannibalisierung.
Wirtschaftliche Rechnung
Vergleich für ein Keyword mit 0,80 € Standardgebot, +200 % TOS-Modifier:
Rest of Search Top of Search
CPC 0,80 € 2,40 €
CTR 0,5 % 3,5 %
CVR 8 % 12 %
Klicks bei 1.000 Impressionen 5 35
Kosten 4,00 € 84,00 €
Verkäufe 0,4 4,2
Umsatz @25 € 10,00 € 105,00 €
ACoS 40 % 80 %
In diesem Beispiel ist TOS deutlich teurer in ACoS — aber generiert 10× mehr absolute Verkäufe. Die Frage ist nicht „TOS ja/nein", sondern „welche Mischung aus TOS-Anteil, Rest-of-Search und Product Pages optimiert das Gesamtbild".
Häufige Fehler
- TOS-Modifier blind auf 300 %. Ohne Conversion-Datenbasis = Margenkollaps.
- TOS auf jedem Keyword. Long-Tail-Keywords brauchen oft nur Rest-of-Search-Präsenz.
- TOS-Kannibalisierung ignoriert. Wer auf Brand-Keywords organisch dominiert, sollte TOS sehr selektiv einsetzen.
- TOS-Performance nicht separat ausgewertet. Das Standard-Kampagnenreport mischt; Placement-Report ist Pflicht.
- TOS-Modifier nicht in Kombination mit Match-Type bedacht. Broad-Match in TOS = oft Streuverlust auf irrelevante Suchen.