CPC (Cost per Click)
CPC (Cost per Click) ist der tatsächlich bezahlte Preis für einen einzelnen Anzeigenklick. Er ist der realisierte Auktionsabrechnungspreis — verschieden vom Gebot, das lediglich die selbst gesetzte Obergrenze darstellt.
Der CPC (Cost per Click) ist der realisierte Preis, der in einer Amazon-Auktion für einen einzelnen Anzeigenklick gezahlt wird. Im Kampagnen-Report ergibt er sich als:
Ø CPC = Gesamtausgaben / Klicks
CPC und Gebot sind zwei verschiedene Dinge — ein Unterschied, der in der Praxis häufig verwischt wird. Das Gebot ist das Maximum, das ein Werbetreibender bereit ist zu zahlen. Der CPC ist das, was die Zweitpreis-Auktion (Second-Price Auction) tatsächlich berechnet: einen Cent über dem zweithöchsten Gebot, angepasst durch Amazons Relevanz-Score. In einem gesund funktionierenden Account liegt der realisierte CPC typischerweise bei 40–80 % des Gebots.
Warum CPC eine eigene Kennzahl ist
CPC parallel zum Gebot zu tracken, öffnet drei Diagnosen, die keine andere Kennzahl liefert:
Gebotsspielraum. Liegt der Ø CPC bei 35 % des Gebots, ist die Auktion wenig umkämpft — das Gebot kann um 15–20 % gesenkt werden, ohne Klicks zu verlieren. Liegt der CPC bei 95 % des Gebots, stößt jede Auktion an die Decke: entweder ist das Gebot zu niedrig für das angestrebte Volumen, oder alle Wettbewerber bieten ihr volles Budget auf denselben Begriff.
Auktionsdruck im Zeitverlauf. Ein steigender CPC bei konstantem Gebot zeigt, dass neue Wettbewerber in die Auktion eingetreten sind. Dieses Muster erscheint regelmäßig vor dem Weihnachtsgeschäft, rund um den Prime Day und nach dem Launch erfolgreicher Wettbewerberprodukte in der eigenen Kategorie.
Platzierungskosten-Varianz. Der CPC für „Suchergebnisse oben" ist strukturell höher als für „Restliche Suchergebnisse", weil der Placement-Modifier auf das Gebot aufaddiert wird, bevor die Auktion stattfindet. CPC je Platzierung ist der Eingangswert für jede Platzierungs-ACOS-Analyse.
CPC und ACOS: die Formel dahinter
CPC ist einer von drei Termen in der ACOS-Gleichung:
ACOS = Ø CPC / (Konversionsrate × Durchschnittlicher Verkaufspreis)
Umgestellt ergibt sich der maximale CPC, den ein angestrebter ACOS erlaubt:
Max-CPC = Durchschnittlicher Verkaufspreis × Konversionsrate × Ziel-ACOS
Drei Stellschrauben kontrollieren den ACOS: CPC senken, Konversionsrate steigern, Verkaufspreis steigern. Wenn der ACOS driftet, ist die erste Frage: Welche der drei Größen hat sich verändert? Ein steigender CPC bei stabiler Konversionsrate ist ein Auktionsdruck-Problem. Ein stabiler CPC bei fallender Konversionsrate ist ein Listing- oder Lagerproblem. Ein stabiler CPC bei fallendem Preis ist ein Preisstrategie-Problem.
CPC nach Platzierung auf amazon.de
Das Placement-Report zeigt CPC für „Suchergebnisse oben", „Produktseiten" und „Restliche Suchergebnisse". Das Muster ist kategorieübergreifend konsistent:
| Platzierung | Typischer CPC vs. Kampagnendurchschnitt |
|---|---|
| Suchergebnisse oben | 1,5–2,5× |
| Produktseiten | 0,7–1,1× |
| Restliche Suchergebnisse | 0,6–0,9× |
Der eingestellte Placement-Modifier bestimmt, wie stark die Ausgaben in Richtung der jeweiligen Platzierung verlagert werden. Der Schlüssel ist, den CPC je Platzierung mit der jeweiligen Konversionsrate zu koppeln — eine Platzierung, die 2× so teuer ist, aber 3× so hoch konvertiert, ist günstiger als ihr Durchschnitts-CPC suggeriert.
CPC bei verschiedenen Keyword-Typen
Broad-Match-Keywords haben strukturell niedrigere CPCs als Exact-Match-Keywords auf denselben Begriffen — weil die Auktion für Broad weniger direkt mit identischen Geboten konkurriert. Das täuscht eine scheinbare Effizienz vor: Billiger geklickt ist nicht dasselbe wie besser konvertiert. Der entscheidende Maßstab bleibt immer CPC / (CVR × ASP).
Negative Keywords senken den effektiven Ø CPC einer Kampagne, indem sie irrelevante Begriffe mit schlechter Konversionsrate ausschließen — und erhöhen damit die Konversionsrate der verbleibenden Klicks. CPC-Optimierung beginnt nicht beim Gebot, sondern beim Negative-Keyword-Management.
Häufige CPC-Fehler
- Gebot und CPC gleichsetzen. „Mein CPC ist 0,90 €" zu sagen, wenn man „mein Gebot ist 0,90 €" meint, führt direkt zu überhöhten Geboten. Ein realisierter CPC von 0,90 € entsteht typischerweise aus einem Gebot von 1,20–1,60 €.
- Auf niedrigen CPC optimieren. Günstige Klicks, die nicht konvertieren, sind teurer als teure Klicks mit hoher Konversion. CPC ist nur im Verhältnis zur Konversionsrate aussagekräftig.
- Steigenden CPC bei stabiler CVR ignorieren. Das ist ein Frühindikator für wachsenden Wettbewerbsdruck — typischerweise 2–4 Wochen, bevor neue Konkurrenzprodukte im eigenen SERP sichtbar werden.
- CPC auf Kampagnen-Rollup-Ebene berichten. Der Kampagnendurchschnitt verbirgt die Varianz nach Keyword und Platzierung, die für Gebotsentscheidungen wesentlich ist. Für jede operative Entscheidung nach Keyword und Platzierung aufschlüsseln.
- Click-Through-Rate und CPC verwechseln. CTR misst, wie oft ein Klick aus einer Impression entsteht. CPC misst, was dieser Klick kostet. Beides beeinflusst den ACOS — auf völlig unterschiedlichem Weg.
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