Auto-Targeting (Automatische Kampagnen)
Auto-Targeting ist ein Algorithmus-basiertes Werbeverfahren auf Amazon, bei dem das System anhand des Listings entscheidet, für welche Suchbegriffe und Produkte eine Anzeige ausgespielt wird.
Auto-Targeting bildet oft den Einstieg in das Amazon Advertising. Bei automatischen Kampagnen wählt der Werbetreibende keine Keywords oder ASINs aus. Stattdessen analysiert der Amazon-Algorithmus den Titel, die Bullet Points, die Backend-Keywords und die Kategorie des beworbenen Produkts, um passende Platzierungen zu finden.
Obwohl erfahrene Seller meist auf manuelle Kampagnen setzen, bleibt die automatische Kampagne ein unverzichtbares Werkzeug für das Keyword-Harvesting und die kontinuierliche Marktforschung.
Die vier Auto-Targeting-Gruppen
Amazon unterteilt automatische Kampagnen in vier spezifische Ausrichtungsgruppen, die jeweils separat gesteuert und beboten werden können:
- Close Match (Nah verwandte Begriffe): Anzeigen werden geschaltet, wenn Suchbegriffe eng mit dem Produkt verwandt sind (z. B. „Laufschuhe Herren“ für einen Sportschuh). Meist die Gruppe mit der höchsten Relevanz und CVR.
- Loose Match (Entfernter verwandte Begriffe): Anzeigen erscheinen bei weniger präzisen Begriffen (z. B. „Sportbekleidung“ für einen Sportschuh). Höhere Reichweite, aber oft schlechterer ACOS.
- Substitutes (Ersatzprodukte): Die Anzeige erscheint auf Detailseiten von Produkten, die dem eigenen sehr ähnlich sind (direkte Konkurrenz).
- Complements (Ergänzende Produkte): Die Anzeige erscheint auf Seiten von Produkten, die das eigene ergänzen (z. B. „Socken“ auf der Seite für „Laufschuhe“).
Strategischer Nutzen: Die Discovery-Maschine
Der Hauptzweck von Auto-Targeting in einem fortgeschrittenen Setup ist nicht die alleinige Umsatzgenerierung, sondern die Datengewinnung.
- Identifikation neuer Trends: Kunden ändern ihr Suchverhalten. Eine Auto-Kampagne findet neue Suchbegriffe, die noch nicht in der manuellen Keyword-Liste stehen.
- Listing-Check: Wenn eine Auto-Kampagne völlig irrelevante Begriffe ausspielt, ist dies ein klares Signal, dass der Amazon-Algorithmus den Inhalt des Listings nicht versteht. Hier ist Listing-Optimierung gefragt.
- Niedrigpreis-Strategie: Oft lassen sich über Auto-Kampagnen mit sehr niedrigen Geboten („Low-Bid-Auto“) Klicks abgreifen, die in umkämpften manuellen Kampagnen zu teuer wären.
Der Übergang zur manuellen Kampagne
Ein häufiger Fehler ist es, Auto-Kampagnen dauerhaft als einzige Werbeform laufen zu lassen. Sobald ein Suchbegriff oder eine ASIN in der Auto-Kampagne performt, sollte sie „graduiert“ werden:
- Den Begriff im Suchbegriffsbericht finden.
- Als Keyword/Target in eine manuelle Kampagne überführen.
- Den Begriff in der Auto-Kampagne als Negativ einbuchen, um Kannibalisierung zu vermeiden und die Daten sauber zu trennen.
Häufige Fehler
- Keine Gebotsanpassung nach Gruppen. Alle vier Targeting-Gruppen mit demselben Gebot laufen zu lassen, ist ineffizient. Close Match verträgt meist deutlich höhere Gebote als Loose Match.
- Fehlende negative Keywords. Auch Auto-Kampagnen brauchen Pflege. Irrelevante Dauerbrenner müssen auch hier negativ ausgeschlossen werden.
- Auto-Kampagnen bei schlechtem Listing starten. Wenn die SEO des Listings schlecht ist, „lernt“ die Auto-Kampagne die falschen Begriffe und verbrennt Geld.
- Zu schnelles Abschalten. Eine Auto-Kampagne braucht Zeit (mindestens 14 Tage), um den Algorithmus zu füttern und valide Daten zu liefern.