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Kaufabsicht

Kaufabsicht (englisch Purchase Intent) beschreibt, wie weit ein Nutzer im Kaufentscheidungsprozess fortgeschritten ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines konkreten Kaufs ist. Auf Amazon wird Kaufabsicht primär über die Spezifität des Suchbegriffs gemessen — generische Suchen = niedrige Intent, marken- und modellgenaue Suchen = hohe Intent.

Kaufabsichthohe KaufabsichtPurchase IntentBuying IntentHigh-Intent-Keyword

Kaufabsicht (englisch Purchase Intent oder Buying Intent) ist eines der wichtigsten Konzepte für Werbe- und Listing-Strategie auf Amazon. Sie beschreibt, wie nah ein Nutzer am tatsächlichen Kauf ist — und damit, wie wertvoll jede Sichtbarkeit, jeder Klick und jede Werbeinvestition für diesen Nutzer ist.

Intent-Stufen auf Amazon

Auf Amazon lässt sich Kaufabsicht grob in vier Stufen einteilen — gemessen meist über die Spezifität des Suchbegriffs:

StufeBeispielsucheCVR-Spanne typisch
Discovery / Browsing„Geschenkidee"<2 %
Kategorie-Suche„Bluetooth Lautsprecher"3–8 %
Eingeschränkte Auswahl„Bluetooth Lautsprecher wasserdicht"8–15 %
High-Intent / Modell„JBL Charge 5 schwarz"15–25 %

Je spezifischer die Suche, desto höher die Conversion-Wahrscheinlichkeit — aber auch desto enger der Wettbewerb auf dem Keyword.

Intent als Werbe-Steuerungslogik

Hohe Kaufabsicht rechtfertigt hohe Gebote:

  • High-Intent-Keyword: CVR 15 % bei 1,00 € CPC = 6,67 € ACPI → bei 25 € Preis = 27 % ACoS
  • Mid-Intent-Keyword: CVR 6 % bei 1,00 € CPC = 16,67 € ACPI → bei 25 € Preis = 67 % ACoS
  • Low-Intent-Keyword: CVR 2 % bei 1,00 € CPC = 50,00 € ACPI → bei 25 € Preis = 200 % ACoS

Wer für alle Stufen den gleichen Bid setzt, gewinnt entweder zu wenige High-Intent-Klicks oder zahlt für Low-Intent-Klicks systematisch zu viel.

Intent in der Customer Journey

Auf Amazon ist die Customer Journey deutlich kürzer als auf Open Web — viele Käufer entscheiden im selben Besuch, an dem sie suchen. Trotzdem existieren wiederkennbare Muster:

  1. Pre-Search — Bedürfnis entsteht außerhalb Amazon (Werbung, Empfehlung, Saison)
  2. Discovery-Suche auf Amazon
  3. Vergleich mehrerer Produkte (Detail-Seite, Bewertungen)
  4. Add-to-Cart — Kaufabsicht jetzt sehr hoch
  5. Checkout — Kauf
  6. Re-Visit — bei zukünftigem Bedarf

Sponsored Display-Remarketing fängt Nutzer in Phase 5–6 ein, Sponsored Products auf Suchbegriffen wirken in Phase 2–3.

Signale für hohe Kaufabsicht

Neben Suchbegriff-Spezifität deuten auf hohe Intent:

  • Bekannte Marke + Modell in der Suche
  • Filter aktiv (Größe, Farbe, Preisrange) — Kunde weiß, was er will
  • Bewertungen werden gelesen (lange Verweildauer auf PDP)
  • Größe / Variante wird explizit ausgewählt
  • Add-to-Cart ohne sofortigen Checkout (Vergleich, Bündelung)

Intent in der Listing-Strategie

Hohe Intent verlangt anderes Listing-Verhalten als niedrige Intent:

  • High-Intent-Käufer brauchen klare Spezifikationen, Vergleichstabellen, Versanddetails — alles, was den letzten Zweifel ausräumt
  • Mid-Intent-Käufer brauchen emotionale Bilder, Anwendungs-Kontext, Bewertungs-Highlights
  • Low-Intent-Käufer brauchen Inspiration, Geschichten, Brand-Welt

Ein gutes Listing bedient mehrere Intent-Stufen, weil Käufer aus allen Stufen darauf landen.

Kaufabsicht und Amazon Audiences

Amazon Audiences bietet Intent-basierte Zielgruppen für DSP-Werbung:

  • In-Market-Audiences — Nutzer, die nachweislich Produkte einer Kategorie aktuell prüfen
  • Lifestyle-Audiences — Affinität, niedrigere Intent
  • Browse-Behavior-Audiences — kürzlich besucht eine Kategorie
  • Purchase-History-Audiences — gekauft in Kategorie

In-Market hat die höchste Intent, Lifestyle die niedrigste.

Häufige Fehler

  • Gleicher Bid für alle Intent-Stufen. Verschwendet Budget auf Low-Intent oder verliert High-Intent-Klicks.
  • High-Intent-Keywords als „selbstläufer" abgeschrieben. Wettbewerber bieten gerade hier am härtesten.
  • Listing für nur eine Intent-Stufe gestaltet. Premium-Marken übersehen oft Discovery-Käufer; Low-Cost-Produkte verlieren High-Intent-Kunden, weil Spezifikationen fehlen.
  • Intent durch reine Volumen-Logik missverstanden. Generische Hochvolumen-Keywords haben oft niedrige Intent — Long-Tail mit niedrigem Volumen kann ökonomisch wertvoller sein.
  • Intent-Wechsel saisonal nicht modelliert. Vor Black Friday ist die Intent für Geschenkideen anders gelagert als im Januar.

Verwandte Begriffe

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